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Epilepsie

CECS ist dem Namen nach ein epileptoides Syndrom. Die griechische Endung -oid bedeutet „ähnlich wie“. Die Krampfanfälle sind ähnlich wie bei einer Epilepsie. Als Epilepsie bezeichnet man Krampfgeschehen, die vom Gehirn aus ausgelöst werden. Man unterscheidet dabei zwei Arten von Epilepsien. Die einen entstehen, weil es im Gehirn zu Schädigungen gekommen ist. Diese Art von Epilepsien sind erworben und nicht vererbbar, außer wenn es sich bei den Ursachen für die Gehirnschädigung um eine Erbkrankheit handelt.

Bei der zweiten Art kann man keine direkte Schädigung im Gehirn erkennen. Man nennt diese Art von Epilepsie primär oder idiopathisch. Sie wird vererbt. Man kann diese Epilepsie nicht direkt behandeln, aber ihre Symptome.

Bei CECS hat die Erfahrung gezeigt, daß die antiepileptischen Medikamente nicht anschlagen. Da diese Medikamente auch starke Nebenwirkungen haben können, wird nicht empfohlen, sie bei CECS auszuprobieren. Aber das sollte man auch selber mit dem behandelnden Tierarzt durchsprechen. Mein Tierarzt glaubt an eine metabolische Ursache für CECS, also ein Stoffwechselproblem, das man eher mit Diät behandeln sollte, und wollte meinem Hund Antiepileptika nicht zumuten. Ich sehe das genauso, aber bewiesen ist im Moment noch gar nichts.

Epilepsie kann in verschiedenen Erbgängen vererbt werden, dominant, monogenetisch rezessiv oder polygenetisch rezessiv. Dominant bedeutet, daß es reicht, wenn ein Elterntier das Epilepsie-Gen in sich trägt. Bei einem rezessiven Erbgang muß das Epilepsie-Gen von beiden Elterntieren kommen.

CECS scheint nach allen bisherigen Erkenntnissen einen monogenetisch – rezessiven Erbgang zu haben. Das bedeutet, daß von beiden Elterntieren her dasselbe CECS-Gen geerbt werden muß, damit die Krankheit ausbricht. Bei einem Wurf von Elterntieren, die beide dieses Gen in sich tragen, sind mathematisch gesehen 25% gesund und frei von dem CECS-Gen, 25% erkranken an CECS und 50% bleiben gesund, haben aber ein krankes CECS-Gen in sich (um selber zu erkranken, braucht man zwei Exemplare davon). Sind beide Elterntiere an CECS erkrankt, heißt das, daß auch der gesamte Wurf erkranken wird.

Polygenetisch würde bedeuten, daß es unterschiedliche Gendefekte von beiden Elterntieren braucht, um die Krankheit zu entwickeln. Hier wäre etwa ein Drittel des Wurfes betroffen, wobei nicht alle erkranken würden.

Epilepsie tritt zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr auf, CECS zwischen dem 2. und 5., wobei es auch früheren oder späteren Beginn geben kann. In beiden Fällen kann es deshalb dazu kommen, daß kranke Hunde in der Zucht eingesetzt werden, weil man sie noch nicht als krank erkannt hat.

Bei Epilepsie kommt es häufiger zu Bewußtseinsverlusten. Wenn der Hund bei einem Krampfanfall länger bewußtlos ist und der Anfall offensichtlich nicht von allein aufhört, besteht Lebensgefahr. Der Hund muß sofort zum Tierarzt! Bei CECS werden Bewußtseinsverluste seltener beschrieben, aber auch hier kann es dazu kommen, daß ein Anfall nicht aufhören will. Auch hier sollte man sofort zum Tierarzt, denn dieser kann entsprechende Mittel verabreichen, um den Krampfanfall zu lösen.

Normalerweise verfügt der Körper über Mechanismen, die die Krämpfe beenden können, aber diese Mechanismen können versagen, und deshalb ist wichtig, dann tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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